Die Sammlung Gorke

Bachiana und Schätze mitteldeutscher Musikgeschichte

Ausschnitt aus J. S. Bachs »Hochzeits-Quodlibet« BWV 524Im Jahr 1935 erwarb die Stadt Leipzig von dem Schlesier Manfred Gorke (1897–1956) eine umfangreiche Sammlung mit Musikalien, musiktheoretischen Werken, Briefen, Schriftstücken und Archivalien hauptsächlich des 18. Jahrhunderts und mitteldeutscher Provenienz. Die ca. 700 Einheiten umfassende Sammlung ist inzwischen im Besitz des Bach-Archivs.

 

Große Teile des Bestandes gehen zurück auf die Notensammlung von Johann Valentin Bach (1787–1875), Organist in Kaltennordheim; einiges stammt aus dem Besitz des ersten Bach-Biographen Johann Nikolaus Forkel.
Zu den bekanntesten Stücken der Sammlung gehören zwei Autographe Johann Sebastian Bachs: das Mühlhäuser Hochzeitsquodlibet BWV 524 und die Abschrift eines Albinoni-Konzerts, BWV Anh. 23; außerdem zwei Teilautographe: die von Bach und seiner Frau Anna Magdalena angefertigte Niederschrift der Sonate BWV 1021 sowie die Abschrift des Concerto grosso f-Moll von Pietro Locatelli.

 

Auch enthält die Sammlung Autographe der Bach-Schüler J. C. Altnickol, H. N. Gerber, J. P. Kirnberger und J. T. Krebs sowie Musikalien aus der Leipziger Thomasschule und von Thomaskantoren: unter anderem das eigenhändige Choralbuch von Johann Friedrich Doles oder die u.a. vom Thomaspräfekten Carl Friedrich Barth in den 1750er Jahren angefertigte Abschrift des »Florilegium portense«. Darüber hinaus bietet die Sammlung Gorke ein breites Spektrum an aufschlussreichen Musikalien, Briefen und Dokumenten zur sächsischen und thüringischen Musikgeschichte, etwa eine Reihe von Archivalien zur barocken Eisenacher Hofkapelle.

 

Eine Übersicht über die Sammlung bietet der Katalog Die Sammlung Gorke. Bachiana und andere Handschriften und Drucke des 18. und frühen 19. Jahrhunderts (Bibliographische Veröffentlichungen der Musikbibliothek der Stadt Leipzig 8, bearbeitet von Hans-Joachim Schulze, Leipzig 1977).

 

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